„Ich will trotz Kindern arbeiten, denn dafür habe ich studiert“

Die digitale Transformation des Unternehmens ermöglichte Tiziana Liguori-Schlichting den neuen Job beim Elektrogroßhändler Alexander Bürkle. Davor hatte die Erziehungswissenschaftlerin an der Alexander Bürkle-Akademie ihre Masterthesis über „Digitales Lernen“ geschrieben. Darin ging sie der Frage nach, wie Mitarbeiter trainiert werden müssen, damit sie im Unternehmen autark Webinare halten können (Train-the-E-Trainer). Nach ihrem Abschluss 2017 bekam Liguori-Schlichting dann das Angebot, die Theorie in die Praxis umsetzen zu dürfen. „Das ist der Traum einer jeden Studentin und ich bin Bürkle sehr dankbar für diese Herausforderung.“

Sie schätze Bürkles neues Denken und Arbeiten mit weniger Kontrolle aus den Führungsebenen und mehr Eigenverantwortung für Mitarbeiter. Sie habe von Anfang an Verantwortung und einen Vertrauensvorschuss bekommen, obgleich sie eine pädagogische Qualifikation, aber nicht viel Ahnung von Technik hatte. „Ich darf in dieses Thema hineinwachsen und durch Bürkles neue Innovationskultur darf ich auch Mut zu Fehlern haben“, freut sich die 29-Jährige, die jetzt für den Bereich E-Learning verantwortlich ist.

Ohne flexible Arbeitszeiten geht es nicht

Tiziana Liguori-Schlichting istverantwortlich für den Bereich E-Learning bei Alexander Bürkle.

Tiziana Liguori-Schlichting konnte das Angebot nur wegen der flexiblen Arbeitszeiten annehmen, denn sie hat zwei kleine Kinder. Sie ist bei Bürkle mit einem Stellenumfang von 75 Prozent tätig und kann einmal die Woche im Home-Office arbeiten. „Ich will trotz Kindern arbeiten, denn dafür habe ich studiert, aber das geht nur mit flexiblen Arbeitszeiten.“

Vernetztes Miteinander statt Hierarchiegerangel

Die Erziehungswissenschaftlerin begrüßt die offene Unternehmenskultur bei Bürkle, wo das vernetzte Miteinander und die Mitsprache durch einen internen Ideenblog gefördert werden. Wenn Einzelpersonen oder ein Team Verbesserungsvorschläge haben, werden diese im Blog gesammelt und dann in einer Denkwerkstatt von einem Team bearbeitet. „Das ist unglaublich motivierend“, findet sie. Wie auch das gute Arbeitsklima im Team. „Es gibt kein Hierarchiegerangel, der Umgang miteinander ist sehr wertschätzend und respektvoll.“ Diesen menschlichen Umgang würde die Geschäftsführung aber auch vorleben. „Die Chefs behandeln jeden gleich, egal ob Lagerist oder Bereichsleiter.“

In Bürkles Firmenkultur sei der Faktor Mensch schon immer an erster Stelle gestanden. Die Offenheit und Menschlichkeit drücke sich im guten Verhältnis zwischen Firmenleitung und Belegschaft aus. Bei aller digitalen Veränderung achteten sie immer darauf, dass jeder Mitarbeiter mit ins Boot geholt würde. Vor der digitalen Transformation sei Geschäftsführer Andreas Ege zu allen Niederlassungen gefahren, um den Mitarbeitern die Notwenigkeit des Wandels zu erklären und ihnen die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust zu nehmen.

Mitarbeiter dürfen und sollen sich weiterbilden

In der Bürkle-Akademie kann Liguori ihre mangelnden Technikkenntnisse nachholen und sich je nach Bedarf weiterbilden. Das würde das Unternehmen aber auch von ihren Beschäftigten erwarten, um sich besser auf die veränderten Kunden- und Marktanforderungen vorbereiten zu können. „Ich finde es gut, dass Mitarbeiter immer wieder ihre Komfortzone verlassen müssen, um sich neuen Herausforderungen zu stellen.“