“Wer bei Essert arbeitet, darf keine Angst vor Veränderung haben”

Marcel Kiwus fackelt nicht lange, als sein Freund Christopher Essert ihn fragt, ob er bei seinem neu gegründeten Startup-Unternehmen mitmachen wolle. „Ich habe einen Tag zur Probe gearbeitet und sofort Feuer gefangen“, erzählt er rückblickend. Das war 2010 und Kiwus gerade einmal 22 Jahre alt. Gemeinsam mit Essert hatte er die Schulbank auf der Realschule gedrückt und anschließend eine Ausbildung bei Siemens als Automatisierungstechniker begonnen. Nach der Ausbildung wechselte Kiwus in die Heidelberger Druckindustrie und arbeitete dort noch knapp zwei Jahre, bevor er zum Startup seines Freundes Essert wechselte. „Ich hatte die Chance, ein Unternehmen von der Pike auf mitzugestalten und ganz nah an der Maschine dran zu arbeiten“, sagt Kiwus.

Die digitale Zukunft mitgestalten können

„Die Essert GmbH wurde mein zweites Zuhause, mein Baby“, erzählt der heute 30-jährige Technische Leiter, der jeden Tag mit dem Roller oder dem Fahrrad von seinem Heimatdorf Ubstadt zur Arbeit ins Industriegebiet auf der grünen Wiese fährt. Derzeit arbeitet er im Geschäftsbereich der Mensch-Roboter-Kollaborationszellen, wo Maschinen für die Industrie 4.0 entwickelt und gebaut werden. Gemeinsam mit Christopher Essert beginnt der Arbeitstag morgens um 8 Uhr, und gemeinsam endet er um 20 Uhr. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für Privates. Aber das stört Kiwus nicht. „Mir macht die Arbeit hier so viel Spaß, ich kann viel mitgestalten, mich selbstverwirklichen, habe immer spannende Themen“, sagt er. „Mir fehlt der Ausgleich zur Arbeit nicht.“

Marcel Kiwus, 30 Jahre, Head of Electrical Planning & Production, Technischer Leiter für den Geschäftsbereich Mensch-Roboterkollaboration bei Essert GmbH

Ohne diese Freude an der Arbeit hätte Kiwus den Job nicht so lange mitgemacht, denn für den Firmenaufbau musste er einen Großteil seiner Freizeit opfern. „Am Anfang waren wir gerade mal zwei Mann stark, ich habe alle Abteilungen einer Firma durchlaufen“, erinnert er sich. Er arbeitete als Elektriker, Mechaniker, Programmierer, baute Schaltschränke auf und schrieb Angebote und Rechnungen. „Es war sehr anspruchsvoll, aber auch sehr spannend“, sagt Kiwus, der es keinen Tag bereut hat, von einem großen Unternehmen zu einem Startup gewechselt zu sein. Ihn begeistert diese Innovationskraft, die von Esserts Vision ausgeht, die digitale Zukunft der Industrie 4.0 mitzugestalten. „Wer bei Essert arbeitet, darf keine Angst vor Veränderung haben, sonst ist er falsch“, erklärt er die alltägliche Herausforderung eines Startups. Auf der faulen Haut liegen geht nicht, denn die Projekte wechseln schnell. Sehr schnell. „Damit kann nicht jeder umgehen, vor allem nicht, wenn er den Arbeitstakt eines großen Unternehmens gewohnt ist, wo Entscheidungen oft lange brauchen, weil sie erst durch verschiedene Instanzen gehen müssen.“

Kiwus weiß, einen großen Dampfer zu manövrieren ist etwas völlig anderes als ein rasendes Schnellboot, wie die Essert GmbH eines ist. „Die Hierarchien sind sehr flach, Entscheidungen gehen manchmal schneller als einem lieb ist“, weiß er, der Essert für seinen Mut, seine Begeisterung und den richtigen Riecher bewundert. „Er ist phänomenal, ich wusste anfangs nicht, was er vorhatte“, gibt er zu, aber es habe funktioniert, alles ergebe jetzt Sinn. Aus dem Zwei-Mann-Startup starken Mannschaft ist ein 80 Mann starker Betrieb geworden. Der Umgang sei immer noch freundschaftlich kollegial. „Die angeworbenen Mitarbeiter passen zur Unternehmenskultur, sagt Kiwus, der das kooperative Arbeitsklima und die Transparenz im Unternehmen schätzt. Probleme würden sofort angesprochen, Entscheidungen aus der Management-Ebene schnell verkündet und man bekomme regelmäßig Feedback. „Es ist nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen, bei den täglichen Meetings kann es auch mal ganz schön fetzen.“ Aber niemand nehme das persönlich. „Essert ist es wichtig, dass wir uns gegenseitig respektieren und dass wir Spaß haben an der Arbeit, aber genauso wichtig ist es ihm, rund um die Uhr verfügbar zu sein“, weiß er.

Für Marcel Kiwus kein Problem. Denn für ihn ist der tägliche Weg zur Essert GmbH wie nach Hause kommen.